Steigende Zahl von Privatinsolvenzen in Deutschland

Immer mehr Deutsche sind hoch verschuldet

Bislang hat sich infolge der Eurokrise die Konjunktur in Deutschland wieder erholt, aber dennoch nimmt die Zahl an Privatinsolvenzen immer weiter zu. Im Jahr 2010 haben ungefähr 140.000 deutsche Bundesbürger Privatinsolvenz anmelden müssen. Darüber hinaus ist fast jeder zehnte Deutsche stark überschuldet. Einige deutsche Wirtschaftsexperten sind davon überzeugt, dass eine Ursache für die steigende Zahl von Privatinsolvenzen in Deutschland darin liegt, dass sich die Zahl an Niedriglohnjobs stark erhöht worden ist. Insbesondere wird diese Entwicklung bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 28 Jahren deutlich, was wiederum auf eine schlechte Ausbildung zurückzuführen ist.

Ist dieser Trend auch bei Unternehmen beobachtbar?

Zwar steigt die Zahl an Privatinsolvenzen stetig an, währenddessen die Zahl der Insolvenzen bei Unternehmen gesunken ist, weil hier der wirtschaftliche Aufschwung unmittelbar ankommt. 2010 sanken die Firmenpleiten um 2,5 Prozent, insbesondere in der verarbeitenden Industrie ging die Zahl an Insolvenzen stark zurück. Aber auch andere Branchen wie der Handel oder das Baugewerbe waren weniger als zuvor von Insolvenzen betroffen. Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass auch in den kommenden Jahren die Zahl an Unternehmensinsolvenzen weiter abnimmt. Diese Entwicklung ist nicht nur in Deutschland beobachtbar, sondern auch in anderen westeuropäischen Ländern.

Worin liegen die Ursachen für den Anstieg der privaten Verschuldungen?

Die Hauptgründe, warum sich immer mehr Deutsch privat verschulden, liegt vor allem an den Käufen auf Raten sowie die Bezahlung mit Kreditkarten. Denn auf diese Weise kann man schnell in die Schuldenfalle tappen. Größtenteils junge Menschen lassen sich von Ratenkäufen verführen und gelangen so in die private Überschuldung. Des weiteren sind es viele junge Frauen, die sich stark verschulden und gezwungen sind eine Privatinsolvenz anzumelden, während es bei den Männern eher die Älteren betrifft. Vor allem Personen zwischen 46 bis 60 Jahren sind diejenige Altersgruppe, die vermehrt private Insolvenz anmelden müssen.

Was kann man gegen die drohende Verbraucherinsolvenz tun?

Sollte man vor einer drohenden Privatinsolvenz stehen, dann ist es empfehlenswert, eine kostenlose Schuldnerberatung aufzusuchen. Hier kann man sich beraten lassen und Hilfe für die anstehende Privatinsolvenz holen. Überdies sollte man überlegen, Wertgegenstände in die Pfandleihe zu geben oder vorhandenes Gold verkaufen. Wenn man eine Privatinsolvenz vermeiden will, dann kann man das nur, indem man seine Schulden zurückzahlt. Hierfür stellt man einen Schuldentilgungsplan auf. Falls man dafür Hilfe braucht, kann man sich in diesem Fall auch an eine Schuldnerberatung wenden. Der Nachteil, sich an eine kostenlose Beratungsstelle zu wenden, besteht darin, dass man mit einer langen Wartezeit rechnen muss. Insofern man dies nicht alleine bewältigen kann, muss man den Kontakt mit seinen Gläubigern aufnehmen und ihnen die Lage schildern, wobei man versuchen sollte, eine Ratenzahlung oder einen Forderungsverzicht zu erreichen. Wer mit dieser Situation überfordert ist, kann sich ebenso an den Gerichtsvollzieher wenden, der dann zwischen dem Schuldner und seinen Gläubigern vermittelt. Auch ihn kann man um Rat bitten und bei Fragen kontaktieren. Das einzige was der Gerichtsvollzieher dazu benötigt ist eine genaue und korrekte Auflistung der Verbindlichkeiten, um auf diese Weise mit den Gläubigern zu reden und mögliche Ratenzahlungen zu vereinbaren. Sollte man diese Schritte berücksichtigen, dann kann man eventuell eine Privatinsolvenz vermeiden.

Datum: Freitag, 17. Februar 2012 9:42
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