EM-, WM-, Olympia-Zertifikate - was steckt dahinter und lohnt sich so etwas wirklich?

Gerade in den letzten Wochen und Monaten ist eines ganz deutlich geworden - Jeder will von der EURO 2008 profitieren. Fast jedes Produkt wird umbenannt oder mit einem Aufkleber zur EM bedruckt. Auch viele Firmen, die keine Sponsoren der EM sind, wollen daran teilhaben, wie der KMTO Blog berichtet. Da wollen natürlich auch die Banken und Investmentgesellschaften nicht fehlen und bieten Zertifikate mit sportlichem Hintergrund an.

Die Zertifikate, die dabei zur EURO 2008 aufgelegt wurden, bieten einige skurrile Einblicke. So soll die Rendite von den Ergebnissen bestimmter Spiele abhängig gemacht werden. Eine maximale Rendite von etwa 18 Prozent verspricht dabei ein österreichischer Anbieter. Diese kann nur erzielt werden, wenn beim Spiel Österreich gegen Deutschland ein bestimmtes Ergebnis erzielt wird, wofür ein Sonderbonus fällig wird und die Börse mitspielt. Keine der in diesem Basket befindlichen Aktien darf dabei eine Volatilität von mehr als 20 Prozent erreichen. Diese Intensität der Schwankungen kann jedoch kaum gewährleistet werden, da die meisten der im Basket befindlichen Aktien deutlich stärker schwanken. Jede Schwankung, die von der festgelegten Marke abweicht, sorgt dabei jedoch für sinkende Renditen.




Die meisten der für diese Meisterschaft aufgelegten Zertifikate wurden erst vor wenigen Monaten aufgelegt. Der Erfolg an der Börse greift aber in der Regel oft schon Jahre im Voraus. So macht es wenig Sinn, in diese Zertifikate zu investieren, da der Boom am Aktienmarkt bereits längst verpufft ist. Diesen Effekt beschreibt auch der EM Blogger Kick08 in seinem Beitrag „Fußball im Portfolio“ recht anschaulich.

Sinnvoller dürfte es da schon sein, wenn man bereits heute auf längerfristige Zertifikate setzt, die zudem weniger auf die sportlichen Ergebnisse abzielen, sondern einen besseren Anlagehorizont aufweisen. So werden bereits heute Zertifikate für die 2012 stattfindende EM ausgegeben. Diese beinhalten vor allen Dingen Aktien von Unternehmen im Bereich Verkehr und Infrastruktur, sowie im Bauwesen. Klarer Grund dafür: Man geht davon aus, dass die Infrastruktur in den betreffenden Ländern noch vor der EM sehr deutlich ausgebaut werden soll. Die Unternehmen müssten also massenhaft Aufträge erhalten, die Aktienkurse dabei in die Höhe schießen. Kurz vor Beginn des sportlichen Großereignisses soll zudem noch die Tourismusbranche mit aufgenommen werden, da auch von dieser massive Umsatzsteigerungen während der Veranstaltungen erwartet werden.




Solche Zertifikate bieten dabei deutlich höhere Chancen, zumal sie auch bereits im Vorfeld entsprechend an Schubkraft gewinnen. Zudem gehen sie nicht auf die sportlichen Ergebnisse ein, sondern auf die Verdienste der dazu gehörenden Unternehmen, die von dem sportlichen Großereignis profitieren sollen. Man kann sich hier also selbst ausrechnen, ob die Zertifikate sinnig oder doch unsinnig sind. Generell werden jedoch die Erfolge an der Börse einige Jahre vor dem Ereignis auftreten und wenige Monate vorher wieder abflauen. Denn dann sollten alle Straßen gebaut sein usw.

Die für dieses Jahr aufgelegten Zertifikate zur EURO 2008 hingegen wurden zu kurzfristig aufgelegt und bieten kaum wahre Renditechancen. Man kann sie von daher eher als Werbe-Gag, denn als sinnvolle Geldanlage beschreiben. Gerade im Investment Bereich sollte dabei nicht nur der Satz, dabei sein ist alles, gelten, sondern profitieren ist alles. Ein ausgiebiges Gespräch mit dem Berater seines Vertrauens, der sich im Investmentbereich bestens auskennt und einen fundierten Geldanlage-Vergleich anbietet, sollte deshalb vor jeder Entscheidung für sportlich angehauchte Zertifikate stehen. Denn dieser kann am besten beurteilen, ob ein solches Zertifikat wirklich sinnvoll ist, oder eben auch nicht.

Datum: Dienstag, 24. Juni 2008 8:39
Themengebiet: Geldanlage Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben