Die Suche nach dem schwarzen Gold

Was haben die Sandwüste in Kanada und das bayerische Alpenvorland gemeinsam? Auf dem ersten Blick nichts, doch in einem Punkt gibt es Gemeinsamkeiten. Beide Regionen reagieren auf den rasanten Anstieg des Ölpreises. Der hohe Ölpreis führt dazu, das viele Ölvorkommen jetzt erst rentabel gefördert werden können.

War es noch vor zehn Jahren wirtschaftlich nicht gerechtfertigt, im Ölsand Kanadas Öl zu fördern, wird hier seit 2004 massiv investiert. Die Zunahme der Förderung steht in direktem Zusammenhang mit den steigenden Ölpreisen. So verkündete Jim Carter, der Chef von Syncrude, Besitzer der größten auf Ölsand basierenden Rohölproduktionsanlage der Welt, im Jahre 2004: “Um den Gewinn zu erzielen, den Investoren erwarten, brauchen wir einen Barrel-Preis von 20 bis 24 Dollar. Es ist also offensichtlich, dass sehr hilfreich ist, den Ölpreis da zu sehen, wo er jetzt ist”.

Schon 2005 schrieb der gohlkeweb.com-Blog unter dem Titel „Ölscheichtum Kanada“ dass den ölfördernden Unternehmen Milliardengewinne ins Haus stehen werden, sollte sich der Preis für das Barrel Rohöl auf 50 US-Dollar bewegen. Aktuell bewegt sich der Kurs knapp unter 100 US-Dollar und damit weit oberhalb dieser Barriere.

Auch in Deutschland führt der Anstieg des Ölpreises nicht nur zu negativen Reaktionen auf Seiten der Autofahrer, sondern hat auch seine positiven Aspekte. So können besonders Gebiete im bayerischen Alpenvorland, in der Lausitz und im Niedersächsischen Becken auf eine stärker sprudelnde Einnahmequelle hoffen. Wie viel davon tatsächlich in der Region bleibt und nicht zum größten Anbieter RWE geht, sei mal dahingestellt.


Pferdekopf-Pumpe in der Gemeinde Jade (Wesermarsch, Niedersachsen), Erdölfeld Varel
Quelle: http://de.wikipedia.org – Dieses Bild steht unter der “GNU Free Documentation License”

Es werden gerade diverse Testbohrungen in Deutschland gefahren. Natürlich geht es in Deutschland korrekterweise auch nicht ohne den obligatorischen Umweltschutz, dementsprechend warten noch viele Anbieter auf ihre Genehmigung durch die Umweltbehörden.

Der Energieblog berichtet vom 20-jährigen Jubiläum der einzigen Bohrinsel Deutschlands, Mittelplate in der Nordsee. Hier hat man es geschafft, im Einvernehmen mit den Umweltschützern eine Bohrinsel zu betreiben, die einerseits gute Gewinne abwirft und trotzdem nicht den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zerstört. Der Gesamtanteil der deutschen Ölförderung beträgt zwar nur 3 Prozent des Gesamtverbrauchs Deutschlands, aber es werden immerhin jährlich über 3,5 Millionen Tonnen Öl gefördert. Die Höchstförderzeiten sind in Deutschland dabei allerdings schon in den 1960er Jahren erreicht worden und lagen ungefähr bei der doppelten Menge der aktuellen Förderung.

Ich als durchaus fleißiger Zeitungsleser muss zugeben, dass ich bis vor kurzem nicht wusste, dass in Deutschland überhaupt Öl gefördert wird. Ich würde mich über Kommentare freuen, ob es bei Euch ähnlich war, oder ob ich da einfach eine starke selektive Wissenslücke hatte.

Datum: Sonntag, 25. November 2007 12:47
Themengebiet: Geldanlage Trackback: Trackback-URL
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Ein Kommentar

  1. 1

    Hallo,
    Ölförderung hat es nach dem Krieg in Deutschland (West) massiv gegeben - ich habe noch ein Erkundebuch aus dem Ende der 50-iger Jahre, wonach
    man stolz daruf hinzuweisen war, daß die BRD rd 1/3
    ds Rohölbedarfs selbt fördern konnte!
    Schätze, das ist alles schon verbraten worden…

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