Die eigenen vier Wände als Geldanlage

Bei der Frage nach der lohnendsten Geldanlage antworten viele Deutsche nach wie vor wie aus der Pistole geschossen: Das sind die eigenen vier Wände. Doch ist dem tatsächlich so? Zugegeben in den letzten 20 oder 30 Jahren konnte man mit der Investition in ein Eigenheim deutliche Wertsteigerungen beim Wiederverkauf erzielen. Allerdings sinken diese bereits seit einigen Jahren drastisch. Damit ist heute eine Geldanlage in die eigene Immobilie, ganz gleich ob Eigentumswohnung oder Reihenhaus (egal ob Fertighaus oder individueller Bau), nur dann sinnvoll, wenn auch der Standort entsprechend stimmt. Besonders in den Großstädten werden Sie hier auch weiterhin Gewinne erwarten dürfen. Aber auch bei der Investition in Neubauten kann ein lohnendes Geschäft entstehen. Sogar Anleger, die gar kein Haus bauen wollen, können über offene oder geschlossene Immobilienfonds von diesem Geschäft profitieren und die Vorteile dieser Anlageform nutzen. Durch die stetig steigende Zahl von Single-Haushalten in Deutschland werden natürlich auch immer mehr Wohnungen benötigt. Da die Ansprüche der Bürger allerdings auch drastisch gestiegen sind, sollten diese Wohneinheiten über entsprechende Ausstattungsmerkmale verfügen. Die Einbauküche beispielsweise ist heute fast schon Standard, um eine Wohnung überhaupt noch zu einem angemessenen Preis vermieten zu können.
Allerdings ist die Investition in Neubauten vornehmlich in den alten Bundesländern rentabel. Denn in einigen Bereichen der neuen Bundesländer herrscht bereits seit Jahren ein extrem hoher Wohnungsleerstand, insbesondere in den so genannten Plattenbauten, die zu DDR-Zeiten einem Großteil der Bevölkerung als Wohnung dienten. Damals waren sie noch heiß begehrt, heute dagegen sind sie oft verschmäht. Zudem sind in den neuen Bundesländern auch immer mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, so dass sie wegen der Aussicht auf einen Job oft in die alten Bundesländer ziehen. Seit der Wiedervereinigung 1990 herrscht eine nicht enden wollende Völkerwanderung von Ost nach West, so dass im Laufe der nächsten Jahre die neuen Bundesländer an einer „Untervölkerung“ leiden werden. Das heißt, hier werden Investoren auch keine Gewinne mit dem Eigenheim mehr erzielen können.
Durch diese Völkerwanderung entsteht jedoch wiederum ein erhöhter Bedarf in den alten Bundesländern. Wer jetzt also beispielsweise in eine Eigentumswohnung in den alten Bundesländern investiert, hat gute Chancen diese gewinnbringend und dauerhaft zu vermieten.



Datum: Montag, 20. August 2007 20:54
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2 Kommentare

  1. 1

    Nun ja, dier Erbenfrage gibt es ja nicht erst seit heute. Bereits seit 50 Jahren zählen Immobilien in Deutschland zu den besten inflationsgeschützten Geldanlagen. Und Jahr für Jahr werden Objekte in Milliardenhöhe vererbt, verkauft und verschenkt. Trotzdem ist die Nachfrage nicht rückläufig. Was hingegen zu beobachten ist, ist dass der Faktor Lage eine immer größere Bedeutung bekommt. Immobilien in schlechter Lage werden sich deshalb immer unterdurchschnittlicher im Vergleich zu Immobilien in guten Lagen entwickeln. Das ist auch ein Grund, weshalb der Mietzins als Rendite während der Vermietung einer Immobilie in hervorragenden Lagen nur noch 2 bis 4 Prozent pro Jahr beträgt. Das klingt zwar auf den ersten Blick wenig, wird dann aber durch die höhere Wertsteigerung des Objektes an sich wieder mehr als ausgeglichen.

  2. 2

    Ich finde eine Mietsteigerung von 2-4% p.a. doch ein wenig übertrieben. Und in welchem Bereich sind den realistische Wertsteigerungen von Immobilien?Ich weiß ja nicht wo der Bundesweite durchschnitt ist - aber ich würde behaupten das es in den 90ern zu einer Massiven Immobilienblase gekommen ist. Gefördert durch Papa Staat. Mein Tipp: Es wird die nächsten Jahre eher durchwachsen zugehen - da sich immer weniger durch fehlende Subventionen und höhere Zinsen wirklich noch ein Eigenheim leisten können. Auch nicht zu unterschätzen ist die Alterspyramide - die breite Masse der Bevölkerung ist die Babyboomer generation der 50er und 60er - das heißt aber auch das sobald diese Generation in Rente geht peau a peau Häuser für andere Immobilien getauscht werden - die Altergerecht sind.Alles natürlich Pauschal und ohne auf einen spez. Fall gesprochen.Naja - Also identifizierte Probleme: Schlechte Kredite - Alterspyramide, Boomregionen.Schauen wir mal wie es ausgeht.

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