Islands Banken gehen in den Bankrott und ziehen die LBBW nun mit sich
Wer gedacht hätte, in den Landesbanken würde gut gehaushaltet mit dem Geld, der wird seit Monaten immer und immer wieder eines Besseren belehrt.
Das wohl derzeit krasseste Beispiel ist die LBBW, die Landesbank Baden-Württemberg, welche sich mächtig verspekuliert hat bei den Banken des isländischen Inselstaates. Die LBBW rechnet – nach eigenen Angaben – mit einem Verlust von 350 Millionen Euro aus der Geldanlage in Island. Die „Süddeutsche Zeitung“ geht jedoch noch weiter und schreibt, dass sich die baden-württembergische Landesbank gar mit einer Milliarde Euro in die Nesseln des Bankbankrotteure Islands gesetzt hat.
Dies wirft ein noch schlechteres Bild auf die Anlagestrategie der sowieso schon in harscher Kritik stehenden Landesbanken in Deutschland. Hier scheint es um das Risiko zu gehen und um einen Hang zur bankinternen Spielsucht und nicht um das angelegte Geld, und um dieses zu schützen.
Die LBBW hat bis jetzt übrigens einen Kommentar zu dem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ abgelehnt. Man schweigt also weiter und vergibt damit gute Chancen, seine Ehrlichkeit zu zeigen und wieder Vertrauen zu bekommen. Noch am Freitag hieß es seitens der Landesbank Baden- Württemberg: „Wir beobachten den Markt und prüfen eine mögliche Inanspruchnahme des Rettungspakets.“.
Die LBBW, welche die größte der Landesbanken ist, spielt also weiter. Bereits seit Wochen betonte der Chef der in Stuttgart ansässigen Landesbank, Siegfried Jaschinski, dass man der Finanzkrise mit eigenen Mitteln und Kräften begegnen und sie so besiegen wolle. Die Frage ist nur, wie man dies nun aus eigener Kraft schaffen will, wo doch das Boot immer mehr am Sinken ist.
Der Zusammenbruch der drei isländischen Banken, Landsbanki, Glitnir und Kaupthing, hat also nicht nur 50.000 Sparer in unserem Lande finanziell in den Abgrund gerissen bzw. um ihre auf den Tagesgeldkonten der Kaupthing Bank angelegten Gelder, sondern auch noch mindestens eine Landesbank in die Misere gebracht. Was private Anleger mit ihrem Geld machen, ist die eine Sache. Was jedoch die Landesbanken, die keine privaten Institute sind – ganz im Gegenteil, mit ihrem Geld machen, wird immer brisanter. Es wirft kein gutes Licht auf die Geldpolitik der nicht privaten Banken.
Noch mehr als die LBBW scheint jedoch die BayernLB, die nun gar nicht mehr aus den negativen Schlagzeilen herauskommt, von der Verstaatlichung der Banken Islands betroffen sein. Angeblich sollen – laut eingeweihten Finanzkreisen – bis zu 1,5 Milliarden Euro der Landesbank aus Bayern in Island angelegt worden sein. Es wird also immer schlimmer. Noch ist die Immobilienkrise in den USA nicht verdaut, kommen also weiter die schlechten Nachrichten von dem Bankenparkett in Deutschland.
Die Frage, wo sie ihr Geld sicher und gut anlegen können, stellen sich also nicht nur die privaten Sparer, sondern auch die Banken in der ganzen Republik. Wie viele Fehler dabei gemacht wurden und werden, kann man an so mancher Landesbank Deutschlands sehen. Laut der Website der LBBW sind ihre Eigner:
| - das Land Baden-Württemberg (Land) |
| - der Sparkassenverband Baden-Württemberg |
| - die Landeshauptstadt Stuttgart |
| - die Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank) |
| - der Sparkassen- und Giroverband Rheinland-Pfalz |
| Und das macht einer Menge Spekulationen Platz, wer nun denn wieder einmal für das verzockte Geld aufkommen muss. Die Steuerzahler in Baden-Württemberg und auch die Steuerzahler der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart können sich also in der nächsten Zeit warm anziehen. |
Und weiter gibt die LBBW auf ihrer Website preis:
| Am Stammkapital der LBBW sind beteiligt | |
| - das Land mit | 35,611 % |
| - der SVBW mit | 35,611 % |
| - die Stadt mit | 18,932 % |
| - die L-Bank mit | 4,923 % |
| - der SGV RP mit | 4,923 % |
| Eine teure Angelegenheit also wieder mal für die Steuerzahler. |
Die Gier vieler (Landes-)Banker ist also auch nicht geringer als die Gier so manches Bankangestellten und Bankvorstandes der privaten Banken. Es schreit zum Himmel, was mit dem Geld der Menschen unseres Landes angestellt wird. Und es wird Zeit, andere Geldanlagen zu finden, die sicher sind und nicht irgendwo verpulvert werden.
Ob Island sich jemals von dieser landeseigenen Krise erholen wird, ist auch fraglich. Noch immer – trotz aller ausländischen Finanzspritzen – steht der mögliche Staatsbankrott drohend vor der Tür. Und es naht das Ende des Jahres. Da kann man also nur sagen: Fröhliche Weihnachten, ihr Schrott- und Bankrottbanker!


