Microsoft lässt nicht locker
Yahoo hatte sich der Zwangsehe mit dem Software-Riesen Microsoft nur knapp entzogen. Kaum hat die Anlegerwelt diese Aktion verdaut, gibt Microsoft eine Werbekooperation mit dem größten seiner Konkurrenten bekannt, mit Google. Doch Microsoft gibt sich nicht geschlagen. Mehrere Wochen nach der Bekanntgabe, dass man nicht mehr an Yahoo interessiert sei, droht nun ein neues Ungemach. Microsoft hat nun vor, sich mit anderen Branchenriesen zusammen zu tun und Yahoo notfalls zu zerschlagen.
Und dies nur wenige Tage nach dem Abschied von Bill Gates, dem großen Chef von Microsoft, dem, der dieses Unternehmen ganz nach oben katapultiert hat. Der Wind aber ist nach seinem Weggang wohl kein anderer, weswegen Yahoo nun eine ganz steife Brise entgegen zu wehen scheint.
So finden momentan Gespräche mit News Corp. und Time Warner statt, beides nicht gerade kleine Unternehmen aus der Medienbranche. Eine Aufteilung soll Microsofts Traum von der Suchmaschine namens Yahoo dann wahr machen. Den Rest von Yahoo könnte dann entweder MySpace zugeeignet werden, dem in aller Welt als Inbegriff des Web2.0 bekanntesten Social Networking Portal, oder in AOL eingegliedert werden, welches Time Warner gehört.
Eine Zerschlagung von Yahoo war am Anfang nicht vorgesehen gewesen, aber nachdem sich der Konzern so gegen die Übernahme durch Microsoft gewehrt hatte, sieht dieser keine andere Möglichkeit mehr. Der Aktienkurs von Yahoo kennt übrigens seit dem Scheitern der Übernahme nur noch eine Richtung, nach unten.
Microsoft würde mit der „Verschlingung“ von Yahoo eine neue Marktstellung erreichen und in dem Bereich der Suchmaschinen in Konkurrenz zu Google treten. Und beiden Unternehmen, Google wie Microsoft, ist eben eines gemeinsam: Sie wollen die Größten, die Besten, die Erfolgreichsten sein. Im Falle Yahoo stehen Sie sich nun aber gegenseitig im Weg, aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.
Wir dürfen also gespannt sein, welches Geschütz Google nun als Nächstes auffährt. Yahoo selbst ist eher fast zur Tatenlosigkeit in der Schlacht um sich selbst gezwungen. Ob nun Google selbst noch mehr von Yahoo fordert als nur die Werbekooperation in Höhe von 800 Millionen US Dollar, wird auch noch spannend werden. Schließlich wird Google die inzwischen zumindest ein wenig einverleibte Konkurrenz kaum mehr aus seinen Klauen lassen…


