Der deutsche Madoff und andere Betrüger

Betrüger gehen geschickt vor, um andere Menschen um ihr Geld zu bringen. Einige von ihnen haben es besonders weit gebracht – wie etwa Helmut Kiener, der hierzulande schon als kleine, deutsche Ausgabe des US-amerikanischen Milliardenbetrügers Madoff gehandelt wird.

Über 5.000 private Anleger und Banken hat Helmut Kiener schätzungsweise betrogen: Der studierte Psychologe soll dabei rund 345 Millionen Euro im Schneeballsystem ergaunert haben. Von den Medien gerne als "Mini-Madoff" tituliert, wurde Kiener nun zu 10 Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, wie woetzel-online.de berichtete.

Helmut Kiener: Finanzbetrug in fast vollendeter Perfektion

Helmut Kiener ist der größte deutsche Anlagebetrüger. finanznachrichten.info berichtete über die Hintergründe ausführlich. Seit Oktober 2009 saß er in Untersuchungshaft, nun hat das Gericht in Würzburg sein Urteil verkündet: Mehr als 10 Jahre wird der 51-Jährige nun im Gefängnis verbringen. Die Anklage gegen ihn war über 630 Seiten dick, darunter Fälle von Betrug, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung. Konkret soll der Psychologe Depot- und Kontoauszüge gefälscht und die Ergebniszahlen seiner Hedgefonds (K1 Invest und K1 Global) übertrieben präsentiert haben.

Auf die falsch dargestellte Anlagestrategie fielen zahlreiche Anleger herein – sowohl private Investoren als auch Institutionelle, wie die französische BNP Paribas oder die Barclays Capital Bank. Ob die Geprellten ihr Geld je wieder bekommen werden, ist momentan noch völlig unklar. Kiener hatte das ergaunerte Geld schnell wieder investiert – in Villen, Jets, Hubschrauber. Der Familienvater aus Aschaffenburg will eigenen Angaben zufolge allerdings alles zurückzahlen.




Jürgen Harksen: Der Betrüger, der Hamburg aufmischte

Helmut Kiener ist längst nicht der Einzige, der Anleger um ihr Geld gebracht hat. In der deutschen Finanzgeschichte gab es mehrere clevere Betrüger, auf die zahlreiche Menschen hereingefallen sind. So auch Jürgen Harksen, der in den 1980er Jahren die Hamburger Schickeria durcheinander wirbelte.

Nachdem der gebürtige Flensburger im Norden Deutschlands schnell an viel Geld kam, erwirtschaftete er schließlich an den Börsen Skandinaviens damit Millionen. Anfangs erhielten die Anleger, die sich seinem Schnellballsystem anvertrauten tatsächlich gute Renditen – doch als Neukunden ausblieben, blieben auch die Renditen aus. Wer investiert hatte, sah sein Geld nicht mehr wieder.

Insgesmat hat Jürgen Harksen rund 300 Investoren betrogen und damit gut 150 Millionen Mark eingestrichen haben. Am 11. April 2003 wurde Harksen zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Urteil bezog sich auf Betrug in 52 Fällen – im Hinblick auf andere Fälle konnte er teilweise wegen Verjährung nicht mehr angeklagt werden. Laut rp-online.de wurde Harksen erst nach "neunjähriger Flucht von Südafrika nach Deutschland ausgeliefert".

Frank Schaefer: Das Kaviar-Luftschloss hatte Erfolg

Auch der Fall Frank Schaefer erregte Aufsehen in der deutschen Finanzlandschaft: Mit seiner Firma "Caviar Creator" hatte der Betrüger vor, zum internationalen Kaviarkönig gekrönt zu werden. Ziel war die Produktion von 33 Tonnen Kaviar pro Jahr – nur das nötige Kleingeld für seine Kaviarfarm fehlte dazu noch. So gab Schaefer mehrere Millionen nicht börsennotierter Aktien aus und vertrieb Fondsanteile.

662 deutsche Investoren wurden damit um ihr Geld gebracht – sie schenkten Schaefer rund 13 Millionen Euro. Das Unternehmen Caviar Creater ging 2005 pleite, bis 2008 sammelte der Firmenbesitzer noch erfolgreich Geld dafür ein. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte Frank Schaefer schließlich zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten.




Datum: Dienstag, 13. September 2011 10:37
Themengebiet: Aktuelles Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare und Pings sind geschlossen.

Keine weiteren Kommentare möglich.