Schadensersatz durch die Commerzbank an Rentnerin wegen Falschberatung
Die Commerzbank muss blechen. Und zwar im Falle einer weit über 80 jährigen Rentnerin, der im Jahr 2006 von ihrem Bankberaterdie Investition in hochriskante Zertifikate nahe gelegt worden war. Die Sparerin verlor daraufhin im Zuge der Finanzkrise, gut 15.000 Euro ihrer Ersparnisse durch die 450 Global Champion Zertifikate der Dresdner Bank, die sie aufgrund der Beratung gekauft hatte.
Inzwischen gehört die Dresdner Bank zur Commerzbank, wodurch diese als „Mutter“ auch für den Schaden geradestehen muss, denn das „Kind“ Dresdner Bank angerichtet hat.
Nun hat das Landgericht Heidelberg ein wichtiges Urteil gefällt. Die Commerzbank muss der Klägerin über 18.000 Euro Schadensersatz bezahlen, zuzüglich Zinsen. Die inzwischen 85 jährige Seniorin hatte ihr Geld expliziert in einer sicheren Geldanlage aufgehoben wissen, die Bankberatung, die dann durch die Dresdner Bank erfolgte, verkaufte ihr jedoch dann ein Anlageprodukt, das gar nicht als sichere Geldanlage bezeichnet werden kann.
Die Fachanwälte, welche die Seniorin vor Gericht vertraten, stellten klar, warum die Klage gegen die Commerzbank gerechtfertigt war: „ Das empfohlene Zertifikat war keine sichere Geldanlage, denn es war nicht vom Einlagensicherungsfonds abgesichert. Daher war es für meine Mandantin nicht geeignet. “
Das Urteil des Landgerichts Heidelberg gab den Anwälten der Frau nun Recht. Dies wird jedoch nicht das einzige Verfahren bleiben. Wie der Heidelberger Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Matthias NIttel, heute mitteilt, vertritt sie nicht nur die um ihr Geld gebrachte Rentnerin. „ Wir klagen derzeit für Anleger gegen eine Vielzahl von Banken, die ihren Kunden hochriskante Produkte verkauft haben, bei denen sie viele Provisionen verdient haben. “ , erklärte Nittel heute. Und stellte vor allem auch klar: Die Chancen, den entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen, stünden sehr gut.
Inzwischen soll Checklisten und so genannte Beratungsprotokolle solche Falschberatungen verhindern, oder zumindest im Nachhinein schneller aufdecken helfen. Der Bankenverband hat inzwischen auch reagiert, und es werden „Beipackzettel“ für Geldanlageprodukte eingeführt werden.
Und wer eine wirkliche sichere Geldanlage sucht, der sollte sein Geld als Tagesgeld oder auf einem Festgeldkonto anlegen, bei einer Bank, die ihre Einlagen absichert und damit zu 100 Prozent für das Ersparte garantiert.
Ganz wichtig auch: es gibt keine per se beste Geldanlage! Viel mehr hängt die Wahl der Anlageform von verschiedenen Faktoren ab, die wir Ihnen unter http://www.investmentsparen.net/geldanlage-tipps.html beispielhaft aufgeführt haben.
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