Die Deutsche Bank veröffentlicht die Zahlen für 2008 und wagt endlich eine Prognose

Bisher hatte man sich beim Branchenführer auf dem deutschen Bankenmarkt, der Deutschen Bank, immer gescheut, eine Prognose für das laufende Jahr abzugeben. Nachdem dieses Jahr jedoch weitaus besser angelaufen ist, als das vergangene geendet hat, wagt nun auch die Deutsche Bank den Blick in die Zukunft.

Und dieser Blick wird dann auch gleich zu einem mehrseitigen Teil im aktuellen Geschäftsbericht, ausgehend von dem Zustand und dem Werden der Weltwirtschaft und darauf aufgebaut dann der Bankenbranche. Doch die schwarzen Zahlen sind wieder erreichbar – wenn das Umfeld stimmt: „Sofern die Entwicklung der Weltwirtschaft, unserer Wettbewerber und an den Finanzmärkten ebenso wie die Veränderungen im rechtlichen und regulatorischen Umfeld im hier dargelegten Rahmen bleiben, sollte die Deutsche Bank in 2009 in die Gewinnzone zurückkehren.“




Doch noch ist das Jahr 2009 nicht vorüber, noch sind nicht einmal die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres da. Was sichtbar ist, sind die Zahlen vom vergangenen Jahr. Ein Verlust von 5,7 Milliarden Euro vor EBIT, also vor Zinsen und Steuern, nach EBIT immerhin noch ein Minus von 3,9 Milliarden Euro zeigen die Talfahrt der Deutschen Bank im vergangenen Jahr. Das bittere vierte Quartal des Jahres 2008 zog den Branchenführen auf dem deutschen Bankenmarkt in den Abgrund. Mit einem Verlust von 6,2 Milliarden Euro vor Steuern und einem Verlust nach Steuern von immer noch 4,8 Milliarden Euro ging es bergab in diesem für viele Banken und Unternehmen so schlechten Quartal.

In der unten angeführten Tabelle ist deshalb auch gut erkennbar, wie sehr der Kapitalfluss der Deutschen Bank eingebrochen ist. Während es im Jahr 2007 noch eine Steigerung im Jahresüberschuss gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006gegeben hatte, ging es 2008 gleich richtig tief bergab.

Konzern-Kapitalflussrechnung

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

in Mio € 2008 2007 2006
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag (–) –3.896 6.510 6.079
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit:      
Überleitung auf den Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit:      
Wertberichtigungen für Kreditausfälle 1.084 651 352
Restrukturierungsaufwand –13 30
Ergebnis aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und Sonstigem –1.732 –1.907 –913
Latente Ertragsteuern, netto –1.525 –918 165
Abschreibungen, Wertberichtigungen und Zuschreibungen 3.047 1.731 1.355
Anteilige Gewinne aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen –53 –358 –207
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag (–), bereinigt um nicht liquiditätswirksamen Aufwand/Ertrag und sonstige Posten –3.075 5.696 6.861
Anpassungen aufgrund eines Nettoanstiegs/-rückgangs beziehungsweise einer Nettoveränderung der operativen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:      
Verzinsliche Termineinlagen bei Kreditinstituten –3.964 7.588 –3.318
Forderungen aus übertragenen Zentralbankeinlagen, aus Wertpapierpensionsgeschäften (Reverse Repos) und Wertpapierleihen 24.363 5.146 –11.394
Handelsaktiva –472.203 –270.948 –23.301
Sonstige zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte 169.423 –75.775 –19.064
Forderungen aus dem Kreditgeschäft –37.981 –22.185 –14.403
Sonstige Aktiva 38.573 –42.674 –30.083
Einlagen –56.918 47.464 35.720
Handelspassiva 655.218 173.830 –38.865
Sonstige zum Fair Value bewertete finanzielle Verpflichtungen –159.613 70.232 41.518
Verbindlichkeiten aus übertragenen Zentralbankeinlagen, aus Wertpapierpensionsgeschäften (Repos) und aus Wertpapierleihen –97.009 69.072 18.955
Sonstige kurzfristige Geldaufnahmen –14.216 6.531 7.452
Sonstige Passiva –15.482 21.133 30.079
Vorrangige langfristige Verbindlichkeiten 12.769 22.935 10.480
Sonstige, per saldo –2.768 –1.255 527
Nettocashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 37.117 16.790 11.164
Cashflow aus Investitionstätigkeit:      
Erlöse aus:      
Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten 19.433 12.470 11.952
Endfälligkeit von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten 18.713 8.179 6.345
Verkauf von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 680 1.331 3.897
Verkauf von Sachanlagen 107 987 123
Erwerb von:      
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte –37.819 –25.230 –22.707
Nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen –881 –1.265 –1.668
Sachanlagen –939 –675 –606
Nettocashflow aus Unternehmensakquisitionen und -verkäufen –24 –648 –1.120
Sonstige, per saldo –39 463 314
Nettocashflow aus Investitionstätigkeit –769 –4.388 –3.470
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit:      
Emission von nachrangigen langfristigen Verbindlichkeiten 523 429 976
Rückzahlung/Rücklauf nachrangiger langfristiger Verbindlichkeiten –659 –2.809 –1.976
Emission von hybriden Kapitalinstrumenten 3.404 1.874 1.043
Rückzahlung/Rücklauf hybrider Kapitalinstrumente –420 –390
Im Rahmen von aktienbasierten Vergütungsplänen begebene Stammaktien 19 389 680
Kapitalerhöhung 2.200
Kauf Eigener Aktien –21.736 –41.128 –38.830
Verkauf Eigener Aktien 21.426 39.729 36.380
Dividendenzahlung an Minderheitsanteile –14 –13 –26
Nettoveränderung der Minderheitsanteile 331 585 130
Gezahlte Bardividende –2.274 –2.005 –1.239
Nettocashflow aus Finanzierungstätigkeit 3.220 –3.369 –3.252
Nettoeffekt aus Wechselkursänderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –402 –289 –510
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 39.166 8.744 3.932
Anfangsbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 26.098 17.354 13.422
Endbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 65.264 26.098 17.354
Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit beinhaltet      
Gezahlte (erhaltene) Ertragsteuern, netto –2.495 2.806 3.102
Gezahlte Zinsen 43.724 55.066 49.921
Erhaltene Zinsen und Dividenden 54.549 64.675 58.275
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten      
Barreserve 9.826 8.632 7.008
Verzinsliche Sichteinlagen bei Banken (nicht eingeschlossen: Termineinlagen in Höhe von 9.300 Mio € per 31.12.2008 (31.12.2007: 4.149 Mio €, 31.12.2006: 8.853 Mio €) 55.438 17.466 10.346
Insgesamt 65.264 26.098 17.354

(Quelle: Deutsche Bank)




Warum die Deutsche Bank jedoch mit ihren Zahlen für das vergangene Jahr nicht so tief in den Keller gerauscht ist erklärt Josef Ackermann, der Chef der größten Bank Deutschlands, auch gleich in dem mit Spannung erwarteten endgültigen Geschäftsbericht für das Jahr 2008: „In diesem turbulenten Umfeld hat die Deutsche Bank gleichwohl ein höchst solides Ergebnis erzielt. Wir haben die günstigen Bedingungen in der ersten Jahreshälfte genutzt und in dem anschließenden schwierigeren zweiten Halbjahr unsere Stärke und Widerstandsfähigkeit bewiesen. Wir haben weniger unter der Subprime-Krise gelitten als einige andere große Banken, da wir uns in den am stärksten betroffenen Bereichen frühzeitig abgesichert hatten.“

Nach Bekanntgabe des endgültigen Geschäftsberichtes fiel die Aktie der Deutschen Bank leicht um 0,72 Prozent, was einen Wertverlust von 0,22 Euro je Anteil bedeutet. Zugleich ist das Papier der Deutschen Bank mit einem Umsatz von 204,49 Millionen Euro (Stand: 11:51 Uhr die meistgehandelte Aktie des heutigen Börsentages).

Datum: Dienstag, 24. März 2009 15:22
Themengebiet: Aktien Trackback: Trackback-URL
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